Das Rote Kreuz Schifferstadt im 1. Weltkrieg und die Zeit danach

August 1914
Große Gebietsübung in Heidelberg, bei welcher auch die Schifferstadter Sanitätskolonne anwesend war. Mit dem fast zeitgleich ausbrechenden 1. Weltkrieg mussten die meisten Mitglieder der Sanitätskolonne zum Kriegsdienst einrücken. Nicht alle kamen, wie erhofft, zum Sanitätsdienst in Heimlazaretten unter, sondern auf Lazarettzüge oder auch an der Front.

1916
Der Kolonnenarzt Dr. Ludwig Koch musste an die Front nach Russland. Dr. König aus Mutterstadt und Dr. Siebert aus Waldsee halfen in dieser Zeit bei der Sanitätskolonne aus, doch stockte der von Dr. Koch so vorbildlich gehaltene Unterrichts- und Ausbildungsdienst.

1917
Eine so genannte "Fahrradbahre" (eine Trage die zwischen zwei Fahrrädern angebracht ist) wurde angeschafft. Bei der ersten Krankenfahrt musste eine nicht ganz leichte Frau nach Heidelberg und zurück gebracht werden. In Plankstatt ging den Sanitätern jedoch die Puste aus, so dass dort erstmal eine Pause eingelegt werden musste.

 

1918 - 1919
Nach dem Ende des Krieges wurde das Rote Kreuz, auch in Schifferstadt, von der Besatzungsmacht verboten. Das noch nicht verbrauchte Material ging verloren und das als Kriegsanleihe angelegte Barvermögen war wertlos geworden. Die freiwillige Sanitätskolonne stand nach achtjähriger intensiver Arbeit vor dem Ruin.

1921
Nach dem sich die chaotischen Verhältnisse der Nachkriegszeit wieder einigermaßen geordnet hatten, fanden sich einige der "alten" Sanitäter im Brauhaus zusammen, um die Sanitätskolonne wieder ins Leben zu rufen. Die wichtigsten Personen in diesem Zusammenhang waren Georg Leydecker, Konrad Strubel, Josef Diebold, Josef Mayer VIII., Fritz Kunz, Franz Magin, Josef Mayer X., Michael Krug, Georg Strubel, Friedrich Herbold und F. Gruber. Auch Dr. Ludwig Koch hielt wieder seinen Unterricht. Als er in der Separatistenzeit als Bahnarzt ausgewiesen wurde, vertrat ihn Dr. Köppler.

1925
In diesem Jahr wurde das erste Krankenauto der Sanitätskolonne Schifferstadt angeschafft. Das Fahrzeug wurde von dem Hersteller "Siemans-Schuckert" aus Berlin aufgebaut, trug die Bezeichnung "Protos" und kostete 15.000 Reichsmark. Die Finanzierung erfolgte über Sammlungen, Zuschüsse und Eigenmittel. Als Fahrer wurden Josef Diebold, Michael Krug, Adam Neff und Georg Strubel ausgebildet.

1928
Kolonnenführer Georg Leydecker schied aus der Sanitätskolonne aus. Josef Mayer VIII. wurde daraufhin sein Nachfolger. Konrad Strubel übernahm das Amt des Kassierers und brachte es fertig, dass um 1930 etwa 1.100 passive Mitglieder je drei Reichsmark bezahlten. Nach ihm kassierte Frau Fouquet vier Jahre lang und gewann noch einmal 400 weitere Mitglieder dazu. Mit rund 1.500 Mitgliedern hatte damals die freiwillige Sanitätskolonne Schifferstadt nach dem bayerischen München die meisten Mitglieder.