Die Neugründung nach dem Krieg und die Zeit danach

18.01.1948
An diesem Sonntag trafen sich im "Deutschen Haus" in Schifferstadt, nach einer vorausgegangenen Einladung von Jakob Sattel, über 50 Männer und Frauen, darunter Landrat Dr. Mälter, Kreisoberinspektor Kempf, Bürgermeister Valentin Stahl und Verwaltungsdirektor Day sowie Ludwig Roth aus Speyer, der schon 1911 als "Pate" zur Verfügung stand.

Der Landrat teilte mit, dass die französische Besatzungsmacht das Rote Kreuz wieder zugelassen habe, worauf hin es zur Neugründung des Ortsvereins Schifferstadt kam. Folgende Vorstandschaft wurde gewählt: Lehrer Martin Kerth zum Vorsitzenden, Schreinermeister Michael Krug zum stellvertretenden Vorsitzenden, praktischer Arzt Dr. Papencordt zum Bereitschaftsarzt, Jakob Sattel zum Bereitschaftsführer, Anna Schuster zur Bereitschaftsführerin, Lehrerein Mathilde Schneider zur Schriftführerin, BASF-Meister Konrad Strubel zum Schatzmeister und Kraftfahrer Franz Gruber zum Zeugwart. Josef Diebold und Gottlieb Schwind wurden als Krankenwagenfahrer bestimmt.

19.11.1948
Die französische Militärbehörde genehmigte die im Januar gewählte Vorstandschaft.

09.12.1948
An diesem Tag begann letztendlich erneut die Rotkreuzarbeit, jedoch vorerst nur im großen Kellerraum, da das restliche Gebäude überwiegend nach vermietet war.

19.02.1949
Zur Festigung der Zusammengehörigkeit wurde u. a. der Bunte Abend im "Weißen Rössel" unter Beteiligung von Landrat Mölter durchgeführt.

19.07.1949
Große Werbeveranstaltung im "Ochsen" unter Mitwirkung ortsansässiger Vereine.

15.09.1949
Eintrag des DRK-Ortsvereins Schifferstadt beim Amtsgericht Speyer.

01.10.1949
Hans Schwind übernahm die Vorstandschaft des Roten Kreuzes Schifferstadt.

1949
In diesem Jahr wurde ein Mercedes 170 V angeschafft, welcher später jedoch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit gegen einen Mercedes 170 D und 180 D ausgetauscht wurde. Finanzierungshilfe gaben damals Herr Hoffmann von der Sparkasse sowie Herr Eberts von der Raiffeisenbank. 

23.06.1951
Veranstaltung des 40. Stiftungsfestes mit Festbankett im "Wilden Mann". Der nachfolgende Tag wurde mit einer Schauübung am Südbahnhof sowie einem Waldfest auf dem Phönixplatz begangen.

18.07.1954
Großeinsatz in der Tabakfabrik Ringwald unter Mitwirkung des Roten Kreuzes Schifferstadt.

1956
In diesem Jahr wurden fünf Unfallmeldestellen an den Ausfallstraßen sowie vier Unfallmeldestellen in Schifferstadt eingerichtet.

18.07.1958
Durchführung einer Großübung zusammen mit Feuerwehr und Polizei sowie dem DRK Waldsee.

1960
In diesem Jahr haben die Schifferstadter Helferinnen und Helfer den Blutspendedienst aufgenommen. Bei nur zwei Terminen konnten damals 124 Blutkonserven gesammelt werden.

1961
Anschaffung eines kleinen Katastrophenanhängers von der Firma Söhngen durch den DRK-Ortsverein, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

12.04.1961
Das Rote Kreuz konnte wieder über den großen Unterrichtsraum im Erdgeschoss der Rehbachstraße 12 verfügen. Im Nebengebäude kam es zur Einrichtung eines kleineren Unterrichtsraumes.

Herbst 1964
Die Rotkreuz-Altenstube wird durch Unterstützung der Stadt Schifferstadt gegründet, zunächst im Café Weißenmayer unter der Leitung von Elisabeth Weber.

21.12.1964
Die Altenstube trifft sich nun regelmäßig im Haus Weber in der Hauptstraße 41 in Schifferstadt.

1968
Heiderose Repp-Bohrmann übernimmt für die Dauer von 8 Jahren die Leitung des Jugendrotkreuzes.

1970
Der Blutspendedienst konnte in diesem Jahr einen deutlichen Zuwachs der Spendergemeinschaft verzeichnen. Insgesamt wurden 372 Spenden getätigt.

Roland Schott, Schifferstadter Amtsgerichtsdirektor, wurde zum Vorsitzenden des neuen Kreisverbandes Ludwigshafen-Land gewählt.

Der damals noch in der Trägerschaft des DRK-Ortsvereins stehende Krankentransport, der zunehmend den Namen Rettungsdienst verdient, wird von zwei hauptamtlichen Fahrern betrieben, Hermann Schreiner und Werner Thies. Die Fahrer waren rund um die Uhr einsatzbereit. In diesem Jahr kamen insgesamt 3.437 Patiententransporte zur Durchführung, welche sich auf 339 Unfälle, 19 Infektionen, 3 Frühgeburten und 3.076 ambulante und akute Fälle verteilten. Liegend transportiert würden 1.400 Personen, sitzend 2.037, dabei waren 127 Nachtfahrten und 157 an Sonntagen.

1971
Im Jahr des 60-jährigen Bestehens des DRK-Ortsvereins Schifferstadt setzte sich die Vorstandschaft wie folgt zusammen: Vorsitzender Martin Kerth, Stellvertreter Alois Vonderschmitt, Schatzmeister Norbert Weißenmayer, Schriftführer Hans Weißenmayer, Bereitschaftsarzt Dr. med. Manfred Essig, Bereitschaftsführer Güter Bühl, Sozialdienstleiterin Elisabeth Weber, Jugendleiter Josef Bühl, Gerätewart Wilhelm Fouquet, Veranstaltungsleiter Alois Vonderschmitt, Beiräte Dr. med Emil G. Sold und Dr. med. dent. Hans Körner.

14. & 15.08.1971
Festveranstaltung zum 60-jährigen Bestehen des DRK-Ortsvereins Schifferstadt mit Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Waldfriedhof und Festakt im Evangelischen Gemeindezentrum. 

25.02.1972
Bürgermeister Theo Magin wurde in einer Versammlung fast einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

1973
Der Mitgliederstand hatte bei der Neuwahl in diesem Jahr 528 aktive und passive Mitglieder aufzuweisen.

13.04.1973
25. Generalversammlung nach 1948 im "Phönixheim" mit Neuwahl der Vorstandschaft.

18.10.1974
Kurt und Hildegard Repp starten an diesem Tag zur ersten Fahrt im Auftrage des DRK-Ortsvereins Schifferstadt, um behinderte Kinder aus dem Kreisbereich zur Schule nach Fußgönheim zu fahren.

1976
In diesem Jahr gab es eine einschneidende Veränderung im Rettungsdienst und Krankentransport. Das Bundesland Rheinland-Pfalz verabschiedete das neue Rettungsdienstgesetz. Es bestimmte, dass aus dem Kreis der freien Träger wie dem Roten Kreuz, Ortsvereine aus der Trägerschaft ausscheiden müssten und diese an die jeweiligen Kreisverbände zu übertragen hätten. Damit war die Eigenständigkeit des DRK-Ortsvereins Schifferstadt in Sachen Krankentransport und Rettungswache dahin, die aus bescheidenen Anfängen heraus von 1911 bis zu einer hervorragend ausgestatteten Einrichtung im Jahre 1976 über 65 Jahre bestanden hatte.

1977
Franz-Josef Conradi übernimmt bis 1981, zeitweilig unterstützt von Paul Kinder und Michael Zorn, das Jugendrotkreuz.

1978 - 1979
Renovierung des Rotkreuzhauses in der Rehbachstraße 12. Unter anderem wurde eine große neue Garage für den Rettungswagen gebaut.

1979
Dr. Jochen Schneider wird neuer Bereitschaftsarzt. Er gründete die Schifferstadter Herzinfarkt-Sportgruppe.

11.04.1979
Frau Elisabeth Weber, ehemalige Leiterin der DRK-Altenstube wird unter großer Beteiligung der Rotkreuzgemeinschaften und der Besucher der Altenstube bestattet.

1982
Matthias Kurt übernimmt das JRK und führt ebenfalls den JRK-Kreisverband.

1985
Kurt Schade legt sein Amt als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins aus verschiedenen Gründen nieder.

 

Quelle der oben aufgeführten geschichtlichen Daten ist die Festschrift des Ortsvereins Schifferstadt des Deutschen Roten Kreuzes zum 75-jährigen Bestehen vom Mai 1986.

Das Rote Kreuz Schifferstadt im 2. Weltkrieg und die Zeit danach

1933
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die freiwillige Sanitätskolonne Schifferstadt von den neuen Machthabern umgewandelt, d. h. mit anderen ähnlichen deutschen Einrichtungen gleichgeschaltet. Der neue Landrat, Dr. Schug, machte daraus das Deutsche Rote Kreuz Speyer II - Bereitschaft (m) und (w). Der Kolonnenführer Josef Mayer VIII. und andere alte Mitglieder konnten sich in die neue Organisation nicht mehr einfügen und schieden nach und nach aus. 

1935
Jakob Sattel wird Wachtführer der Bereitschaft (m) und Frau Eberts Wachtführerin der Bereitschaft (w). Damit waren Männer und Frauen vom Roten Kreuz im Deutschen Roten Kreuz Speyer II vereinigt und die freiwillige Sanitätskolonne und der ursprüngliche Zweigverein vom Bayerischen Frauenverein vom Roten Kreuz hatten in der alten Form aufgehört zu existieren.

1935 - 1941
Es gab damals sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen einen starken Mitgliederzugang. Alle Menschen sollten in irgendeiner Form organisiert sein und so fanden auch Männer und Frauen den Weg zum Roten Kreuz, die nicht so ganz linientreu waren.

In diesen Jahren wurden Ausbildungen und Übungen stark forciert. Dr. Koch wurde bei der Ausbildung von Ludwig Krause, Jakob Sattel, Frau Eberts, Frau Scharer und Fräulein Schneider unterstützt.

Ebenfalls wurde in dieser Zeit ein Krankenwagen und ein Pkw angeschafft.

1937
Josef Mayer VIII. verlässt die Kolonne.

1939
Frau Eberts schied wegen Erkrankung aus dem Roten Kreuz aus. Frau Nauerz trat ihre Nachfolge an und übernahm die Leitung der Bereitschaft (w).

01.09.1939
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges begann für alle Rotkreuzangehörigen eine schwere Zeit. Die Aktiven wurden meist zeitnah einberufen. Die in der Heimat verbliebenen Sanitäter mussten zum Teil in Lazaretten und Krankenhäusern Dienst tun. Einige blieben hier und betätigten sich im Krankentransport, Bereitschaftsdienst bei Fliegeralarm u. ä. Die Helferinnen richteten im Haus Mayer am Schillerplatz ein Revier für die Soldaten vom Infanterie-Regiment 104 ein. Die Soldaten waren hier einquartiert und wurden ausgebildet.

1940
Frau Anna Schuster übernahm die Bereitschaftsführung (w).

1940 - 1943
Bei Fliegeralarm war in dieser Zeit der Keller des Mädchenschulhauses Treffpunkt der Sanitäter.

1942
In diesem Jahr wurde das Schlosser'sche Haus in der Rehbachstraße 12 erworben. Die Rotkreuzler hatten nun einen festen Stützpunkt für ihre Arbeit. Im Keller wurde ein Luftschutzraum, in dem auch eine Notunterkunft mit 20 Betten eingerichtet war, im Erdgeschoß ein großer Unterrichtsraum und in der Scheune drei Garagen eingebaut. Der Bereitschaftsführer Sattel hatte in seinem Haus ein Büro als Geschäftsstelle für den Krankentransport und die Bereitschaft (m) sowie ein Materiallager eingerichtet.

25.05.1943
Der Bereitschaftsarzt, Sanitätsrat Dr. Koch, hat seine Ausbildungsarbeit fast bis zu seinem Tode durchgeführt. Er wurde unter Beteiligung von Helferinnen und Helfern an diesem Tage auf dem Friedhof in Speyer beigesetzt.

1943
Der Krieg riss auch unmittelbar eine Lücke in die Reihe der DRK-Helferinnen. Franziska Minges wurde durch einen Bombensplitter getötet.

1944
Für die Helfer, die noch in Schifferstadt waren kam Ende des Jahres der Einsatz beim Volkssturm. Diebold und Gruber mussten mit den Mannschaften etwa 15 Mal an Sonntagen ausrücken und Verletzte ins Rotkreuzhaus bringen.

Philipp Heger, Martin Kerth, Georg Klapp und Ludwig Sattel unterstützten die Ärzte Dr. Hennes und Dr. Mohr. Sanitätsfeldwebel Schader war Vorgesetzter.

November 1944
Die Frauen hatten indessen einen viel härteren Dienst zu leisten. In diesem Jahr waren in den Schulhäusern und in Sälen über 3.000 Fremdarbeiter einquartiert. Sie mussten von den Helferinnen des DRK betreut werden.

23.03.1945
Einmarsch der Amerikaner in der Region.

1945
Unsere Soldaten wurden als Kriegsgefangene in den Lagern Rheingönheim, Speyer und Böhl auf freiem Feld zusammen gepfercht. Die Frauen des DRK unter Führung von Frau Schuster und Frau Weber haben den Gefangenen unermüdlich bis an den Rand ihrer eigenen Kräfte Hilfe gebracht. Durch Kontaktaufnahme mit den bewachenden Amerikanern wurde es möglich, unseren Soldaten Lebensmittel zu übergeben.

05.07.1945
Dr. Papencordt, praktischer Arzt aus der Kirchenstraße in Schifferstadt, besuchte Josef Mayer X. und Lehrer Martin Kerth, um mit ihnen über die Wiederaufnahme der Rotkreuztätigkeiten zu sprechen.

Juli 1945
Alle vor der Auflösung im Schifferstadter Rotkreuz dienenden Helfer wurden auf den Schifferstadter Marktplatz bestellt. Der damalige kommissarische Bürgermeister Dr. Kaufmann erschien dort zusammen mit dem französischen Kommandanten. Letzterer teilte mit, dass die Tätigkeit im Rahmen des so genannten Sanitäts- und Hilfsdienstes wieder aufgenommen werden dürfe und händigte Josef Mayer X. den Schlüssel für das Rotkreuzhaus aus.

1946
Dr. Schenk wurde von der französischen Besatzung mit seiner Praxis in das Rotkreuzhaus gesetzt. Er erhielt dort eine Wohnung und durfte sich den großen Unterrichtsraum im Erdgeschoss zu zwei Praxisräumen umbauen. Josef Mayer X. war als Beauftragter des Sanitäts- und Hilfsdienstes dazu gezwungen. Das Material des Roten Kreuzes wurde im Keller als auch bei Frau Schuster zuhause untergebracht.

Ursprung des internationalen Roten Kreuzes

Begründer des Roten Kreuzes war der Schweizer Henry Dunant (08.05.1828 - 30.10.1910), seines Zeichens Geschäftsmann und humanistischer Christ. Der Grundstein für die internationale Rotkreuzbewegung wurde am 24. Juni 1859 in der Schlacht von Solferino gelegt, als Dunant sah, wie tausende verwundeter Soldaten durch mangelnde medizinische Versorgung starben oder gar auf dem Schlachtfeld zurück gelassen wurden. Infolge dessen setzte er sich für die bessere Versorgung verwundeter Soldaten auf dem Feld sowie in Spitälern ein. Im August 1864 unterzeichneten insgesamt 16 Länder - darunter die USA, England, Frankreich, Preußen, Italien - die so genannte Genfer Konvention. Die betreffenden Regierungen beschlossen, in ihren Ländern die Vereinigung des Roten Kreuzes zu gründen, zu unterstützen und im Kriegsfall die Verwundetenpflege zu gewährleisten.

Das Rote Kreuz Schifferstadt im 1. Weltkrieg und die Zeit danach

August 1914
Große Gebietsübung in Heidelberg, bei welcher auch die Schifferstadter Sanitätskolonne anwesend war. Mit dem fast zeitgleich ausbrechenden 1. Weltkrieg mussten die meisten Mitglieder der Sanitätskolonne zum Kriegsdienst einrücken. Nicht alle kamen, wie erhofft, zum Sanitätsdienst in Heimlazaretten unter, sondern auf Lazarettzüge oder auch an der Front.

1916
Der Kolonnenarzt Dr. Ludwig Koch musste an die Front nach Russland. Dr. König aus Mutterstadt und Dr. Siebert aus Waldsee halfen in dieser Zeit bei der Sanitätskolonne aus, doch stockte der von Dr. Koch so vorbildlich gehaltene Unterrichts- und Ausbildungsdienst.

1917
Eine so genannte "Fahrradbahre" (eine Trage die zwischen zwei Fahrrädern angebracht ist) wurde angeschafft. Bei der ersten Krankenfahrt musste eine nicht ganz leichte Frau nach Heidelberg und zurück gebracht werden. In Plankstatt ging den Sanitätern jedoch die Puste aus, so dass dort erstmal eine Pause eingelegt werden musste.

 

1918 - 1919
Nach dem Ende des Krieges wurde das Rote Kreuz, auch in Schifferstadt, von der Besatzungsmacht verboten. Das noch nicht verbrauchte Material ging verloren und das als Kriegsanleihe angelegte Barvermögen war wertlos geworden. Die freiwillige Sanitätskolonne stand nach achtjähriger intensiver Arbeit vor dem Ruin.

1921
Nach dem sich die chaotischen Verhältnisse der Nachkriegszeit wieder einigermaßen geordnet hatten, fanden sich einige der "alten" Sanitäter im Brauhaus zusammen, um die Sanitätskolonne wieder ins Leben zu rufen. Die wichtigsten Personen in diesem Zusammenhang waren Georg Leydecker, Konrad Strubel, Josef Diebold, Josef Mayer VIII., Fritz Kunz, Franz Magin, Josef Mayer X., Michael Krug, Georg Strubel, Friedrich Herbold und F. Gruber. Auch Dr. Ludwig Koch hielt wieder seinen Unterricht. Als er in der Separatistenzeit als Bahnarzt ausgewiesen wurde, vertrat ihn Dr. Köppler.

1925
In diesem Jahr wurde das erste Krankenauto der Sanitätskolonne Schifferstadt angeschafft. Das Fahrzeug wurde von dem Hersteller "Siemans-Schuckert" aus Berlin aufgebaut, trug die Bezeichnung "Protos" und kostete 15.000 Reichsmark. Die Finanzierung erfolgte über Sammlungen, Zuschüsse und Eigenmittel. Als Fahrer wurden Josef Diebold, Michael Krug, Adam Neff und Georg Strubel ausgebildet.

1928
Kolonnenführer Georg Leydecker schied aus der Sanitätskolonne aus. Josef Mayer VIII. wurde daraufhin sein Nachfolger. Konrad Strubel übernahm das Amt des Kassierers und brachte es fertig, dass um 1930 etwa 1.100 passive Mitglieder je drei Reichsmark bezahlten. Nach ihm kassierte Frau Fouquet vier Jahre lang und gewann noch einmal 400 weitere Mitglieder dazu. Mit rund 1.500 Mitgliedern hatte damals die freiwillige Sanitätskolonne Schifferstadt nach dem bayerischen München die meisten Mitglieder.

Die Gründung des Roten Kreuzes Schifferstadt und die Zeit danach

24.11.1910
Besprechung von den ehemaligen Militärsanitätern bei Michael Schuster im "Wilden Mann" über die Gründung einer freiwilligen Sanitätskolonne. Man war der Meinung, dass in der Gemeinde Schifferstadt mit über 8.000 Einwohnern, vielen Gewerbebetrieben und einem Eisenbahnknoten ein starkes Bedürfnis dafür bestehe.

28.11.1910
Einladung an alle jungen Schifferstadter, welche das 18. Lebensjahr vollendet hatten, auf eine Sitzung am 6. Dezember 1910.

06.12.1910
Der Ökonomierat Velten als Speyer hielt vor insgesamt 53 Schifferstadter Bürgern einen Vortrag über den Sinn, Zweck und die Organisation der zu Grunde liegenden Sanitätskolonne. Bei dem Vortrag anwesend waren u. a. Ludwig Roth und weitere Speyerer Sanitäter, Bezirksmann Wagner sowie der damalige Schifferstadter Bürgermeister Sebastian Eckel.

5.12.1910
Bei dieser konstituierenden Versammlung wurden der Eisenbahnsekretär Jakob Neumann zum Kolonnenführer, Georg Leydecker III. zum Stellvertreter und Dr. Ludwig Koch zum Kolonnenarzt gewählt. Zugführer wurden Josef Mayer VIII. und Johannes Müller IV. Damit war die freiwillige Sanitätskolonne Schifferstadt gegründet und fortan trafen sich etwa 60 Mitglieder jeden Montag im "Wilden Mann" zur theoretischen und praktischen Unterweisung.

12.01.1911
Offizielle Aufnahme der freiwilligen Sanitätskolonne Schifferstadt durch das Zentralkomitee des Bayerischen Landeshilfsvereins vom Roten Kreuz und Bestätigung der gewählten Vorstandschaft.

Mai 1911
Eintragung ins Vereinsregister.

23.05.1911
An diesem Dienstag transportierte die Sanitätskolonne das erste Mal mit ihrer neu angeschafften "Räderbahre" einen kranken Mitbürger zum Vinzentiusstift in Speyer per Bahn.

17.09.1911
Große Übung am Bahnübergang Hofstuckstraße. Die Bahnverwaltung stellte der Sanitätskolonne eigens dafür einen Eisenbahnwagen zur Verfügung.

Dezember 1911
Ab diesem Datum wurden die Unterrichtsabende im Versteigerungslokal des Rathauses abgehalten.